Und dann biste 31, trinkst Filterkaffee und machst die Ablage

„Na, wie war dein Wochenende?“. Die obligatorische Montagsfrage im Büro ist wie eine Hängebrücke aus Zahnseide. Ein Balanceakt höchster Schwierigkeitsstufe.

„Ach, ich war mit meinen Freundinnen unterwegs, habe mich komplett betrunken und bin am Sonntag neben einem fremden Typen aufgewacht, der noch seine Socken anhatte.“ FALSCHE ANTWORT. Erstens in der Regel gelogen und zweitens wirst du schneller als Büroschlampe abgetan als die Sekretärinnen dieses Wort in eine Rundmail tippen können.

„Nichts weiter. Ich war am Samstag bei Ikea und gestern habe ich Tatort geguckt.“ EBENSO FALSCHE ANTWORT. Du provozierst in diesem Falle zwar keinen Neid, dafür gönnst du den Kolleginnen mit Verlobten und Wohnzimmerschrank den Triumph, dass du als Single auch kein aufregenderes Leben führst als sie. Stimmt zwar, wenn du ehrlich bist, aber das muss man ihnen ja nicht auf die Nase binden.

Meine zugegebenermaßen geniale Standardantwort auf diese heikle Frage lautet daher in der Regel: „Danke, war super. Samstag wurde es ein bisschen länger (an dieser Stelle geheimnisvoll lächeln), dafür habe ich gestern entspannt.“ [Protagonistin tritt ab, die   Kolleginnen schauen sich an und versuchen dabei, möglichst wenig neugierig zu wirken].

Nach vier Bürojahren kenne ich mich eben einfach aus.