{"id":234,"date":"2012-10-08T15:53:46","date_gmt":"2012-10-08T13:53:46","guid":{"rendered":"http:\/\/katjadittrich.de\/?p=234"},"modified":"2012-10-22T12:22:47","modified_gmt":"2012-10-22T10:22:47","slug":"die-wahrheit-uber-katzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/katjadittrich.de\/?p=234","title":{"rendered":"Die Wahrheit \u00fcber Katzen"},"content":{"rendered":"<p>In deutschen Haushalten leben nach <a href=\"http:\/\/www.ivh-online.de\/de\/home\/der-verband\/daten-fakten.html\" target=\"_blank\">Auskunft des Industrieverbandes Heimtierbedarf<\/a> 8,2 Millionen Katzen. Das ist eine unglaubliche gro\u00dfe Zahl. Zur Verdeutlichung: Sie entspricht ungef\u00e4hr einer ganzen Menge Fu\u00dfballfelder oder auch ziemlich genau der Anzahl <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/GesellschaftStaat\/Bevoelkerung\/HaushalteFamilien\/Tabellen\/Haushaltsgroesse.html\" target=\"_blank\">weiblicher Single-Haushalte<\/a>.<\/p>\n<p>Von diesen 8,2 Millionen Katzen haben die meisten einen eigenen youtube-channel und Twitter-Account. Wir werden also st\u00e4ndig mit Katzen konfrontiert und sollten uns schon aus diesem Grunde ein wenig vertraut machen mit ihnen.<\/p>\n<p>Leider ist unser Katzenwissen aber gepr\u00e4gt durch Stereotype und Vorurteile. Wir sehen im Internet Klavier spielende Katzen, lesen B\u00fccher \u00fcber Detektivkatzen und ganz abgebr\u00fchte sehen sogar singende und tanzende Katzen in Musicals. Jeder, der schon mal ein Autorenzitat \u00fcber Katzen auf einer Postkarte gesehen hat, darf an dieser Stelle hysterisch lachen.<\/p>\n<p>Unsere Kultur transportiert ein absolut falsches Bild dieser Tiere und verdeckt gleicherma\u00dfen den Blick auf die Realit\u00e4t. Um den Schleier ein wenig zu l\u00fcften, werde ich die drei g\u00e4ngigsten Vorurteile \u00fcber Katzen vorstellen und versuchen zu entkr\u00e4ften.<\/p>\n<p><strong>Vorurteil Nummer 1: Katzen sind unabh\u00e4ngige Freigeister<\/strong><\/p>\n<p>Katzen gelten als eigenst\u00e4ndige Tiere, die nicht sofort jedem Menschen auf den Scho\u00df springen, sich von ihm kraulen lassen und ihn zum allerbesten Freund erkl\u00e4ren, den man \u00fcberhaupt haben kann. Das Ger\u00fccht k\u00f6nnen nur Leute in die Welt gesetzt haben, die nie mit einer K\u00e4sestulle vor einer Katze standen. Oder mit Kartoffelsalat. Oder R\u00e4ucherlachs. Oder mit Vanilleeis.<\/p>\n<p>Diese Unbestechlichkeit steht in enger Verbindung mit einer angeblichen Eigenst\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p><em>[Triggerwarnung: Es folgt ein Autorenzitat \u00fcber Katzen.]<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.twainquotes.com\/Cats.html\">Mark Twain<\/a> formulierte es so: &#8222;Of all God&#8217;s creatures there is only one that cannot be made the slave of the lash. That one is the cat.\u201c<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00fcsste man einhakend fragen, was denn mit Flederm\u00e4usen, Blindschleichen oder Schnecken ist und inwiefern sich diese versklaven lassen, aber man m\u00f6chte ja nicht pingelig gegen\u00fcber toten Autoren werden.<\/p>\n<p>Hauskatzen wurden vor ca. 10.000 Jahren domestiziert. \u00dcbrigens vermutet man aufgrund beiderseitiger Vorteile, dass es sich hier um eine Selbstdomestikation der Tiere gehandelt hat. Es war also so, dass der Appetit der Katzen auf Essensabf\u00e4lle der Menschen gr\u00f6\u00dfer war als ihr unabh\u00e4ngiger, freier Geist und dass dieser sie dazu gebracht hat, sich sehr wohl an uns zu binden.<\/p>\n<p>Und das \u00e4nderte sich auch nicht. <a href=\"http:\/\/www.ivh-online.de\/de\/home\/der-verband\/daten-fakten.html\">2011 wurden in Deutschland fast 1,5 Milliarden Euro f\u00fcr Katzenfutter ausgegeben<\/a>. Damit erreichen Katzen eine Unabh\u00e4ngigkeits- und Freigeiststufe, die noch unter der von Neunzehnj\u00e4hrigen, die von ihren Eltern ein Bachelorstudium in Philosophie bezahlt bekommen, angesiedelt ist.<\/p>\n<p><strong>Vorurteil Nummer 2: Katzen sind intelligent<\/strong><\/p>\n<p>Ich zitiere aus <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Naturwissenschaften\/M\/Brehm,+Alfred\/Brehms+Thierleben\/S%C3%A4ugethiere\/Zweite+Reihe%3A+Krallenthiere\/Vierte+Ordnung%3A+Raubthiere+%28Carnivora%29\/Erste+Familie%3A+Katzen+%28Felidae%29\/7.+Sippe%3A+Katzen+%28Felis%29\/Falbkatze+%28Felis+ma\">Brehms Tierleben<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eMan spricht viel von ihrer Schlauheit und List: mit Recht;(\u2026) Sie ist Meister \u00fcber sich, wie alle Listigen, und kennt den richtigen Augenblick.\u201c<\/p>\n<p>Gut, Brehm, der alte Stereotypenreiter, hat die Tierwelt jetzt nicht immer richtig fundiert durchschaut, aber auf die Intelligenz der Katze wird immer wieder gerne hingewiesen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20111217_192138.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-243\" title=\"20111217_192138\" src=\"https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20111217_192138-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20111217_192138-225x300.jpg 225w, https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20111217_192138-768x1024.jpg 768w, https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20111217_192138.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Wikipedia, die Weisheit der Moderne, f\u00fchrt im Eintrag \u00fcber Katzen (der im \u00dcbrigen fast so lang ist wie der \u00fcber den zweiten Weltkrieg und sogar noch l\u00e4nger als der \u00fcber World of Warcraft) im Abschnitt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Katze#Intelligenz\">\u201eIntelligenz\u201c<\/a> folgendes Argument an:<\/p>\n<p>\u201eAu\u00dferdem sind Katzen f\u00e4hig, auf ihren Namen zu h\u00f6ren, sofern dieser kurz und pr\u00e4gnant ist. Um eine Katze mit ihrem Namen vertraut zu machen, ist es von Vorteil, ihn m\u00f6glichst fr\u00fch zu benutzen und sie vor jeder Mahlzeit damit zu rufen; Katzen reagieren in hungrigem Zustand deutlich besser auf Namensrufe.\u201c<\/p>\n<p>Ich habe mir die M\u00fche gemacht, dieser Behauptung empirisch nachzugehen. Ohne hier nun mit wissenschaftlichen Details zum Versuchsaufbau und der Methode zu langweilen, kann ich verk\u00fcnden: Ja, das stimmt. Katzen in hungrigem Zustand reagieren deutlich besser auf ihren Namen. Sie reagieren allerdings genauso gut auf Rufe wie \u201eFresschen!\u201c, \u201eKomm, Fettb\u00e4rchen!\u201c oder \u201eUrheberrechtsverletzung!\u201c.<\/p>\n<p>Aber wie sollte man die Cleverness von Katzen sonst beweisen? Versuche zur Intelligenz wie man sie mit Papageien, Ratten, Kr\u00e4hen und Kleinkindern durchf\u00fchrte, funktionieren mit Katzen nicht. Angeblich, weil sie auf die \u00fcblichen Dressurmethoden nicht ansprechen. Interessanterweise wird ihnen das auch immer wieder als Zeichen besonderer Intelligenz ausgelegt: Die Katze, so hei\u00dft es, sei viel zu klug, um sich vom Menschen verbiegen lassen. Dagegen hei\u00dft es seltsamerweise nie, dass sich Kellerasseln oder Kaninchen nicht dressieren lassen, weil sie viel zu stolz und intelligent sind, um den Menschen einen Gefallen zu tun. Nein, bei Kellerasseln darf man durchaus sagen, dass man mit ihnen keine Intelligenztests durchf\u00fchren kann, weil sie einfach zu dumm sind.<\/p>\n<p>Wenn man dazu bedenkt, dass 87 % aller youtube-Videos Katzen zeigen, die von irgendwo herunter oder in irgendetwas hineinfallen oder mit irgendetwas zusammensto\u00dfen, ahnt man auch, weshalb Katzen in menschlicher Obhut zw\u00f6lf bis f\u00fcnfzehn Jahre alt werden, allein in freier Natur jedoch nur drei bis vier Jahre.<\/p>\n<p><strong>Vorurteil Nummer 3: Katzen sind leise<\/strong><\/p>\n<p>Wie tief dieses Vorurteil in unser Denken eingebrannt ist, zeigen zwei Googleabfragen: Der Begriff \u201eSamtpfote\u201c bringt 735.000 Ergebnisse, \u201eKatzenl\u00e4rm\u201c dagegen nur 639 (Stand Oktober 2012).<br \/>\nDass es sich hierbei um leise Tiere handelt, kann sich nur die Katzenindustrie ausgedacht haben. Selbst das stimmlose Schnurren \u2013 direkt ins Ohr vorgetragen \u2013 kann einen ausgewachsenen Menschen innerhalb von zweieinhalb Sekunden wecken.<\/p>\n<p>Neben dem Schnurren unterscheidet die Wissenschaft und der morgens ausschlafen wollende Mensch zehn weitere Laut\u00e4u\u00dferungen der Katze: Fauchen, Spucken, Knurren, Schnattern, Meckern, Miauen, Gurren, Rufen, das Abwehrkreischen und den Katergesang. Bis auf die letzten beiden h\u00f6rt man von Hauskatzen alle diese Laute regelm\u00e4\u00dfig bis zu f\u00fcnf Mal am Tag \u2013 und zwar vor den Essenszeiten.<\/p>\n<p>Besonders hervorzuheben ist der <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wissen\/natur\/miau-manipulation-so-kommen-katzen-ans-futter-706149.html\">Bettelruf der Katzen<\/a>, dem sie dem Schnurren beimischen. Die Frequenz dieses Tones liegt bei 380 Hertz \u2013 in diesem Bereich bewegen sich auch die Heulschreie von kleinen Kindern. Neben der Lautsprache kommunizieren sie aber auch durch andere Ger\u00e4usche. Langeweile, Hunger, schlechte oder gute Laune signalisieren sie durchs Kratzen an der T\u00fcr, Herunterschmei\u00dfen von Blumenvasen, stundenlange Scharren im Katzenklo, Sprinten auf Parkettb\u00f6den, W\u00fchlen im Altpapier und Zerkratzen der Couch.<\/p>\n<p>Wer ein leises Tier sucht, dem lege ich Schildkr\u00f6ten ans Herz oder Schlangen, meinetwegen auch Fische, aber mit Sicherheit keine Katze.<\/p>\n<p>Von s\u00e4mtlichen Autorenzitaten \u00fcber Katzen hat nach Eigenrecherche tats\u00e4chlich nur ein einziges einen wahren Kern und zwar von <a href=\"http:\/\/www.notable-quotes.com\/h\/hemingway_ernest.html\" target=\"_blank\">Ernest Hemingway<\/a>: \u201eOne cat just leads to another.\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In deutschen Haushalten leben nach Auskunft des Industrieverbandes Heimtierbedarf 8,2 Millionen Katzen. Das ist eine unglaubliche gro\u00dfe Zahl. Zur Verdeutlichung: Sie entspricht ungef\u00e4hr einer ganzen Menge Fu\u00dfballfelder oder auch ziemlich genau der Anzahl weiblicher Single-Haushalte. Von diesen 8,2 Millionen Katzen haben die meisten einen eigenen youtube-channel und Twitter-Account. Wir werden also st\u00e4ndig mit Katzen konfrontiert und sollten uns schon aus diesem Grunde ein wenig vertraut machen mit ihnen. Leider ist unser Katzenwissen aber gepr\u00e4gt durch Stereotype und Vorurteile. Wir sehen im Internet Klavier spielende Katzen, lesen B\u00fccher \u00fcber Detektivkatzen und ganz abgebr\u00fchte sehen sogar singende und tanzende Katzen in Musicals. Jeder, der schon mal ein Autorenzitat \u00fcber Katzen auf einer Postkarte gesehen hat, darf an dieser Stelle hysterisch lachen. Unsere Kultur transportiert ein absolut falsches Bild dieser Tiere und verdeckt gleicherma\u00dfen den Blick auf die Realit\u00e4t. Um den Schleier ein wenig zu l\u00fcften, werde ich die drei g\u00e4ngigsten Vorurteile \u00fcber Katzen vorstellen und versuchen zu entkr\u00e4ften. Vorurteil Nummer 1: Katzen sind unabh\u00e4ngige Freigeister Katzen gelten als eigenst\u00e4ndige Tiere, die nicht sofort jedem Menschen auf den Scho\u00df springen, sich von ihm kraulen lassen und ihn zum allerbesten Freund erkl\u00e4ren, den man \u00fcberhaupt haben kann. Das Ger\u00fccht k\u00f6nnen nur Leute in die Welt gesetzt haben, die nie mit einer K\u00e4sestulle vor einer Katze standen. Oder mit Kartoffelsalat. Oder R\u00e4ucherlachs. Oder mit Vanilleeis. Diese Unbestechlichkeit steht in enger Verbindung mit einer angeblichen Eigenst\u00e4ndigkeit. [Triggerwarnung: Es folgt ein Autorenzitat \u00fcber Katzen.] Mark Twain formulierte es so: &#8222;Of all God&#8217;s creatures there is only one that cannot be made the slave of the lash. That one is the cat.\u201c An dieser Stelle m\u00fcsste man einhakend fragen, was denn mit Flederm\u00e4usen, Blindschleichen oder Schnecken ist und inwiefern sich diese versklaven lassen, aber man m\u00f6chte ja nicht pingelig gegen\u00fcber toten Autoren werden. Hauskatzen wurden vor ca. 10.000 Jahren domestiziert. \u00dcbrigens vermutet man aufgrund beiderseitiger Vorteile, dass es sich hier um eine Selbstdomestikation der Tiere gehandelt hat. Es war also so, dass der Appetit der Katzen auf Essensabf\u00e4lle der Menschen gr\u00f6\u00dfer war als ihr unabh\u00e4ngiger, freier Geist und dass dieser sie dazu gebracht hat, sich sehr wohl an uns zu binden. Und das \u00e4nderte sich auch nicht. 2011 wurden in Deutschland fast 1,5 Milliarden Euro f\u00fcr Katzenfutter ausgegeben. Damit erreichen Katzen eine Unabh\u00e4ngigkeits- und Freigeiststufe, die noch unter der von Neunzehnj\u00e4hrigen, die von ihren Eltern ein Bachelorstudium in Philosophie bezahlt bekommen, angesiedelt ist. Vorurteil Nummer 2: Katzen sind intelligent Ich zitiere aus Brehms Tierleben: \u201eMan spricht viel von ihrer Schlauheit und List: mit Recht;(\u2026) Sie ist Meister \u00fcber sich, wie alle Listigen, und kennt den richtigen Augenblick.\u201c Gut, Brehm, der alte Stereotypenreiter, hat die Tierwelt jetzt nicht immer richtig fundiert durchschaut, aber auf die Intelligenz der Katze wird immer wieder gerne hingewiesen. Wikipedia, die Weisheit der Moderne, f\u00fchrt im Eintrag \u00fcber Katzen (der im \u00dcbrigen fast so lang ist wie der \u00fcber den zweiten Weltkrieg und sogar noch l\u00e4nger als der \u00fcber World of Warcraft) im Abschnitt \u201eIntelligenz\u201c folgendes Argument an: \u201eAu\u00dferdem sind Katzen f\u00e4hig, auf ihren Namen zu h\u00f6ren, sofern dieser kurz und pr\u00e4gnant ist. Um eine Katze mit ihrem Namen vertraut zu machen, ist es von Vorteil, ihn m\u00f6glichst fr\u00fch zu benutzen und sie vor jeder Mahlzeit damit zu rufen; Katzen reagieren in hungrigem Zustand deutlich besser auf Namensrufe.\u201c Ich habe mir die M\u00fche gemacht, dieser Behauptung empirisch nachzugehen. Ohne hier nun mit wissenschaftlichen Details zum Versuchsaufbau und der Methode zu langweilen, kann ich verk\u00fcnden: Ja, das stimmt. Katzen in hungrigem Zustand reagieren deutlich besser auf ihren Namen. Sie reagieren allerdings genauso gut auf Rufe wie \u201eFresschen!\u201c, \u201eKomm, Fettb\u00e4rchen!\u201c oder \u201eUrheberrechtsverletzung!\u201c. Aber wie sollte man die Cleverness von Katzen sonst beweisen? Versuche zur Intelligenz wie man sie mit Papageien, Ratten, Kr\u00e4hen und Kleinkindern durchf\u00fchrte, funktionieren mit Katzen nicht. Angeblich, weil sie auf die \u00fcblichen Dressurmethoden nicht ansprechen. Interessanterweise wird ihnen das auch immer wieder als Zeichen besonderer Intelligenz ausgelegt: Die Katze, so hei\u00dft es, sei viel zu klug, um sich vom Menschen verbiegen lassen. Dagegen hei\u00dft es seltsamerweise nie, dass sich Kellerasseln oder Kaninchen nicht dressieren lassen, weil sie viel zu stolz und intelligent sind, um den Menschen einen Gefallen zu tun. Nein, bei Kellerasseln darf man durchaus sagen, dass man mit ihnen keine Intelligenztests durchf\u00fchren kann, weil sie einfach zu dumm sind. Wenn man dazu bedenkt, dass 87 % aller youtube-Videos Katzen zeigen, die von irgendwo herunter oder in irgendetwas hineinfallen oder mit irgendetwas zusammensto\u00dfen, ahnt man auch, weshalb Katzen in menschlicher Obhut zw\u00f6lf bis f\u00fcnfzehn Jahre alt werden, allein in freier Natur jedoch nur drei bis vier Jahre. Vorurteil Nummer 3: Katzen sind leise Wie tief dieses Vorurteil in unser Denken eingebrannt ist, zeigen zwei Googleabfragen: Der Begriff \u201eSamtpfote\u201c bringt 735.000 Ergebnisse, \u201eKatzenl\u00e4rm\u201c dagegen nur 639 (Stand Oktober 2012). Dass es sich hierbei um leise Tiere handelt, kann sich nur die Katzenindustrie ausgedacht haben. Selbst das stimmlose Schnurren \u2013 direkt ins Ohr vorgetragen \u2013 kann einen ausgewachsenen Menschen innerhalb von zweieinhalb Sekunden wecken. Neben dem Schnurren unterscheidet die Wissenschaft und der morgens ausschlafen wollende Mensch zehn weitere Laut\u00e4u\u00dferungen der Katze: Fauchen, Spucken, Knurren, Schnattern, Meckern, Miauen, Gurren, Rufen, das Abwehrkreischen und den Katergesang. Bis auf die letzten beiden h\u00f6rt man von Hauskatzen alle diese Laute regelm\u00e4\u00dfig bis zu f\u00fcnf Mal am Tag \u2013 und zwar vor den Essenszeiten. Besonders hervorzuheben ist der Bettelruf der Katzen, dem sie dem Schnurren beimischen. Die Frequenz dieses Tones liegt bei 380 Hertz \u2013 in diesem Bereich bewegen sich auch die Heulschreie von kleinen Kindern. Neben der Lautsprache kommunizieren sie aber auch durch andere Ger\u00e4usche. Langeweile, Hunger, schlechte oder gute Laune signalisieren sie durchs Kratzen an der T\u00fcr, Herunterschmei\u00dfen von Blumenvasen, stundenlange Scharren im Katzenklo, Sprinten auf Parkettb\u00f6den, W\u00fchlen im Altpapier und Zerkratzen der Couch. Wer ein leises Tier sucht, dem lege ich Schildkr\u00f6ten ans Herz oder Schlangen, meinetwegen auch Fische, aber mit Sicherheit keine Katze. Von s\u00e4mtlichen Autorenzitaten \u00fcber Katzen hat nach Eigenrecherche tats\u00e4chlich nur ein einziges einen wahren Kern und zwar von Ernest Hemingway: \u201eOne cat just leads to another.\u201c.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=234"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":236,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/234\/revisions\/236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}