{"id":448,"date":"2014-11-25T12:09:43","date_gmt":"2014-11-25T10:09:43","guid":{"rendered":"http:\/\/katjadittrich.de\/?p=448"},"modified":"2014-11-25T12:12:54","modified_gmt":"2014-11-25T10:12:54","slug":"baby-its-bad-out-there","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/katjadittrich.de\/?p=448","title":{"rendered":"Baby, it&#8217;s bad out there"},"content":{"rendered":"<p>Der Berliner Winter kommt zwei-, dreimal im Jahr und dauert ungef\u00e4hr acht bis neun Monate. In der restlichen Zeit sitzen alle Berlinerinnen und Berliner zwanghaft drau\u00dfen vor Caf\u00e8s, trinken <span style=\"text-decoration: line-through;\">Latte Macchiato<\/span> Third Wave Coffee ohne Milch und erz\u00e4hlen sich Schauerm\u00e4rchen aus vergangenen Wintertagen als die Stadt nach Kohle\u00f6fen roch und man statt Street Food noch Curryw\u00fcrste essen musste. Bei diesen Geschichten wei\u00df man nie genau, ob sie 1952 oder 2007 spielen.<\/p>\n<p>Die sibirische Au\u00dfenstelle zwischen Spandau und Erkner ist im Winter wirklich nichts f\u00fcr schwache Gem\u00fcter. Es ist ein bisschen wie Game of Thrones, nur ohne Sex und mit r\u00fccksichtsloseren Menschen. Wer \u00fcberleben will, braucht eine Strategie und da ich mittlerweile 236 Berliner Winter hinter mich gebracht habe, teile ich gerne meine besten Tipps.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Nicht vor die T\u00fcr gehen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Zugegeben, das f\u00e4llt Arbeitslosen und Freiberuflern leichter als Angestellten, aber nachdem der erste Schnee gefallen ist, nicht wegger\u00e4umt, sondern platt und glatt getreten wurde, bekommt man eine viermonatige Krankschreibung relativ leicht, indem man einfach doch kurz vor die T\u00fcr geht.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Sich richtig anziehen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn Nr. 1 nicht funktioniert, weil man <span style=\"text-decoration: line-through;\">Mammuts jagen<\/span> Lebensmittel einkaufen gehen muss, greift Nr. 2 und zwar ohne R\u00fccksicht auf Verluste. Das hat zur Folge, dass wir Berlinerinnen und Berliner zwar schei\u00dfe aussehen, aber immerhin erfrieren wir nicht. Jeden Februar werden zahlreiche Wohnungen gut gekleideter Engl\u00e4nder, Spanier, Italiener und US-Amerikaner frei, die es nicht geschafft haben. Nach vier Monaten im dunklen Berlin hat sich die Sehf\u00e4higkeit sowieso weitgehend zur\u00fcckentwickelt und man orientiert sich gr\u00f6\u00dftenteils durch Echoortung. Dann st\u00f6rt sich auch keiner mehr an dem <a href=\"https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/sharkey.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-449\" src=\"https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/sharkey-300x225.jpg\" alt=\"sharkey\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/sharkey-300x225.jpg 300w, https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/sharkey-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/katjadittrich.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/sharkey-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Daunenschlafsack, den man am besten ganzt\u00e4gig tr\u00e4gt.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Alkohol trinken<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Hahaha. Ok. Ja klar, machen wir eh. Aber jetzt halt noch mehr.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Urlaub planen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Einer der meist gesagten S\u00e4tze im Februar lautet: &#8222;N\u00e4chstes Jahr bleiben wir aber nicht den Winter \u00fcber hier, sondern fahren nach Asien.&#8220;. Das macht man nie, aber im darauffolgenden Dezember kann man sich zumindest noch ein wenig an seiner Scham \u00fcber die eigene Inkonsequenz w\u00e4rmen.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong>Auf dem Boden liegen und so lange wimmern, bis der Fr\u00fchling kommt<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Meine Lieblingsstrategie. Klappt relativ zuverl\u00e4ssig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Berliner Winter kommt zwei-, dreimal im Jahr und dauert ungef\u00e4hr acht bis neun Monate. In der restlichen Zeit sitzen alle Berlinerinnen und Berliner zwanghaft drau\u00dfen vor Caf\u00e8s, trinken Latte Macchiato Third Wave Coffee ohne Milch und erz\u00e4hlen sich Schauerm\u00e4rchen aus vergangenen Wintertagen als die Stadt nach Kohle\u00f6fen roch und man statt Street Food noch Curryw\u00fcrste essen musste. Bei diesen Geschichten wei\u00df man nie genau, ob sie 1952 oder 2007 spielen. Die sibirische Au\u00dfenstelle zwischen Spandau und Erkner ist im Winter wirklich nichts f\u00fcr schwache Gem\u00fcter. Es ist ein bisschen wie Game of Thrones, nur ohne Sex und mit r\u00fccksichtsloseren Menschen. Wer \u00fcberleben will, braucht eine Strategie und da ich mittlerweile 236 Berliner Winter hinter mich gebracht habe, teile ich gerne meine besten Tipps. Nicht vor die T\u00fcr gehen Zugegeben, das f\u00e4llt Arbeitslosen und Freiberuflern leichter als Angestellten, aber nachdem der erste Schnee gefallen ist, nicht wegger\u00e4umt, sondern platt und glatt getreten wurde, bekommt man eine viermonatige Krankschreibung relativ leicht, indem man einfach doch kurz vor die T\u00fcr geht. Sich richtig anziehen Wenn Nr. 1 nicht funktioniert, weil man Mammuts jagen Lebensmittel einkaufen gehen muss, greift Nr. 2 und zwar ohne R\u00fccksicht auf Verluste. Das hat zur Folge, dass wir Berlinerinnen und Berliner zwar schei\u00dfe aussehen, aber immerhin erfrieren wir nicht. Jeden Februar werden zahlreiche Wohnungen gut gekleideter Engl\u00e4nder, Spanier, Italiener und US-Amerikaner frei, die es nicht geschafft haben. Nach vier Monaten im dunklen Berlin hat sich die Sehf\u00e4higkeit sowieso weitgehend zur\u00fcckentwickelt und man orientiert sich gr\u00f6\u00dftenteils durch Echoortung. Dann st\u00f6rt sich auch keiner mehr an dem Daunenschlafsack, den man am besten ganzt\u00e4gig tr\u00e4gt. Alkohol trinken Hahaha. Ok. Ja klar, machen wir eh. Aber jetzt halt noch mehr. Urlaub planen Einer der meist gesagten S\u00e4tze im Februar lautet: &#8222;N\u00e4chstes Jahr bleiben wir aber nicht den Winter \u00fcber hier, sondern fahren nach Asien.&#8220;. Das macht man nie, aber im darauffolgenden Dezember kann man sich zumindest noch ein wenig an seiner Scham \u00fcber die eigene Inkonsequenz w\u00e4rmen. Auf dem Boden liegen und so lange wimmern, bis der Fr\u00fchling kommt Meine Lieblingsstrategie. Klappt relativ zuverl\u00e4ssig.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=448"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":454,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/448\/revisions\/454"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/katjadittrich.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}