Die Wahrheit über die Geschlechter

Was uns Religionen und Sachbuchautoren schon seit Anbeginn der Erde (also seit ca. 6.000 Jahren) lehren, scheinen immer noch nicht alle verstanden zu haben.

Frauen und Männer stammen nicht nur von anderen Planeten, sondern von anderen Galaxien. Sie sind so verschieden, dass das Universum immer ein winziges Stückchen kleiner bleibt als die riesigen Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern.

Diese Unterschiede sind alle naturgegeben. Bestimmte Aminosäuren führen dazu, dass Frauen immer so viel putzen und weniger verdienen. Männliche Hormone dagegen führen bekanntermaßen zu einer absoluten Emotionslosigkeit. Ein trauriger Smiley ohne Nase ist das Maximum an Gefühl, das ein Mann nachempfinden kann.

Ein doppeltes X-Chromosom führt zwangsläufig zu einem redseligen Wesen. Männer dagegen sprechen überhaupt nicht gerne viel über sich und ihre Ansichten, sondern können im Gegensatz zu Frauen sehr ausdauernd schweigen. Das kann man etwa in politischen Talkshows oder in Interviews mit Kulturschaffenden sehr gut beobachten. Menschen ohne Vagina sind außerdem begnadete Einparker. Alle. Das war auch schon in der Steinzeit so, weil es den Jägern entscheidende Vorteile im Kampf gegen die Säbelzahntiger einbrachte.

Säbelzahntigerjagd (Symbolbild)

Im Grunde haben uns all unsere Unterschiede damals vor den Säbelzahntigern gerettet. Deshalb dürfen wir sie heute nicht wegdiskutieren, sondern müssen so früh wie möglich damit beginnen, sie zu leben und zu schätzen.

Da kleine Babys noch nicht ihren Kopf heben können, um ihr Geschlechtsteil zu sehen, muss man sie sofort nach der Geburt rosa oder hellblau kleiden, damit sie wissen, welchem Team sie angehören. So können sie schon vor dem Verschluss der Fontanellen ihre Berufswahl treffen. Männliche Kinder können zwischen Pirat oder Ritter wählen, weibliche Kinder zwischen Prinzessin und Fee. Andere Berufsbilder liegen nicht in der Natur des Menschen.

Leider zwingt uns der Kapitalismus heutzutage allerdings zur Erwerbstätigkeit, die unserem Wesen widerspricht. Nur am Horn von Afrika und auf einigen wenigen Mittelalterfesten darf ein Mann noch ein Mann sein. Mädchen haben es etwas leichter, müssen aber zur Ausübung der Prinzessinnenprofession zum Teil nach Japan, Bahrain oder sogar nach Belgien ziehen. In Deutschland bleibt ihnen ihr Traumberuf verwehrt.

Aber was der Kapitalismus auf der einen Seite anrichtet, versucht er nun auf der anderen Seite gutzumachen, in dem er uns geschlechtsspezifische Produkte anbietet. Bislang gibt es u. a. Kinderhustenbonbons, Chips, Grillsaucen, Kugelschreiber, Überraschungseier speziell für Männer oder Frauen. Dies reicht aber längst nicht, um unseren Unterschieden gerecht zu werden.

Idealerweise etwa sollten gleich die gesamten Konsumzonen nach  Geschlechtern getrennt werden. Ich stelle mir auf der einen Seite einen rosa-glitzernden Supermarkt vor, der nur aus einer großen Salatbar und einem Waschmittelregal besteht. Dieser Supermarkt hat riesige pinke Leuchtschilder, damit Frauen ihn mit ihrem schlechten Orientierungssinn finden können. Auf der anderen Seite sehe ich einfach ein paar rohe, an Stangen gehängte Rehkeulen und Bierflaschen auf Laufbändern, die erjagt werden müssen.

Das ist zugegebenermaßen noch Zukunftsmusik. Solange dieses Ziel noch nicht erreicht ist, wünsche ich mir zunächst eine noch striktere Warentrennung.

Es fehlt zum Beispiel ordentlich gekennzeichnetes geschlechtsspezifisches Mineralwasser – also  mit extra viel männlicher Kohlensäure bzw. mit gar keiner Kohlensäure, weil der weibliche Körper nicht rülpsen kann. Frisches Obst und Gemüse muss Feenaufkleber bekommen, damit Männer gewarnt sind. Olivenöl light für Frauen, Motoröl für Männer. Schokolade mit bis zu 60 % Kakaomasse in Pink, ab einem höheren Anteil in Blau. Würste dürfen nur noch rosa sein, wenn sie aus Putenbrust bestehen, ansonsten müssen sie silber-metallic  gefärbt werden.

Wichtig sind auch die Zubereitungshinweise. Auf Tiefkühlkostpackungen für Männer muss deutlich werden, wie ein Herd aussieht, wie man ihn öffnet und wie man ihn anstellt. Zubereitungshinweise für Frauen dagegen müssen Bilder zeigen, wo der Temperaturschalter ungefähr stehen sollte, weil Zahlen das weibliche Geschlecht verwirren.

Ach, es gibt noch viel zu tun, bis man endlich wieder eine echte Frau oder ein echter Mann sein darf. Industrie, Marketing und Werbung, ich zähle auf euch!